Lourdespilgerverein
Fricktal

, Treier Stefan

Generalversammlung 2019

Lourdes gedenkt der heiligen Bernadette – „Kirche in Not“ zu Gast

„Die heilige Bernadette wurde nicht heiliggesprochen weil ihr die Madonna erschien son­dern wegen der Art und Weise wie sie damit umging“. Präses Pfarrer Fabian Schneider begrüs­ste mit diesen Worten eine stattliche Zahl von Mitgliedern des Lourdespilgervereins Fricktal zur Messfeier mit anschliessender traditioneller Generalversammlung. Nebst den ordentlichen Geschäften standen Informationen der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt durch deren Leiter Paul Metzger, sowie eine Vorstellung des „Hilfswerks Kirche in Not“ durch dessen Informa­tionsbeauftragte Lucia Wicki-Rensch, im Mittelpunkt der Versammlung.Hilfswerk und Lour­despilgerverein bekunden Gemeinsamkeiten durch ihr Einstehen für Kranke und Benachteilig­te.

In der gut aufgenommenen Predigt verwies der Präses, dass die Mutter Gottes nicht dem Pfarrer, son­dern einem einfachen, kränklichen Mädchen aus einer armen Familie erschienen ist. Dies auch darum, weil Bernadette Soubirous, die vor 175 Jahren geboren wurde, offen, bescheiden und aufrichtig war. Mit ihrer sozialen Herkunft erfuhr sie dieselbe, oder noch grössere Würde als die anderen Menschen. Die Quelle, die Bernadette damals von der hl. Gottesmutter verheissen wurde, sprudelt bis heute und ist zum Wasser des Lebens geworden. In Lourdes gedenkt man in diesem Gnadenjahr des Herrn besonders der hl. Bernadette, die vor 140 Jahren verstorben ist.   Präsident Mathias Schreiber musste an der 55. Generalversammlung vom Hinschied von 21 Vereins­mitgliedern im Berichtsjahr Kenntnis geben. Während der Messfeier wurden im Gedenken an sie Kerzen entzündet. Erfreulich, dass andrerseits zwölf neue Mitglieder begrüsst werden konnten. Zu ihnen zählen Pfarrer Leo Stocker, Obermumpf, und Pfarrer Leo Zimmermann, Wegenstetten, welche als Priester willkommen geheissen wurden. Sie sind im vergangenen Jahr ins Fricktal gezogen, wo sie nun als Seelsorger tätig sind. Die Generalversammlung wickelte ihre ordentlichen Geschäfte problem­los und in Kürze ab. In Erinnerung an das 55 jährige Vereinsjubiläum wurde den Versammlungsteil­nehmerinnen am Schlusse der Versammlung eine Rose geschenkt.

Neuerungen bei der Lourdespilgerfahrt.

Paul Metzger erwies den Fricktalern auch dieses Jahr wieder die Ehre mit seinem Besuch als Leiter der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt. Er informierte über die laufenden Vorbereitungen und Neuig­keiten der diesjährigen Wallfahrt zum grössten europäischen Wallfahrtsort am Fuss der Pyrenäen. Im Mai wird es wieder soweit sein. Bereits haben sich rund 1‘200 Pilgerinnen und Pilger angemeldet. Der traditionelle Nachtschnellzug nach Lourdes verkehrt wegen Problemen mit der französischen Bahn nicht mehr. Als Ersatz kann nun der fahrplanmässig über Paris verkehrende TGV angeboten werden. Weitere Angebote gibt es für Nacht-Carreisen und Flüge. Die diesjährige Pilgerfahrt findet unter dem Motto „Selig ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes“ statt, auch ein Hinweis auf das Jubiläumsjahr der hl. Bernadette. Die Schweizer Lourdespilger haben durch grosszügige Spenden einen Umbau zur Modernisierung des „Accueil“, dem Spital in Lourdes, ermöglicht. Dankbar nahm der Pilgerleiter davon Kenntnis, dass die Fricktaler durch Kollekte und Beitrag einen Spezialrollstuhl für den Krankentransport zu und ab den Flugzeugen spenden werden.

„Kirche in Not“ – im Fricktal beliebtes Hilfswerk.

Diesjähriger Gast an der GV des Lourdespilgervereins war Lucia Wicki-Rensch, Informationsbeauf­tragte des Hilfswerks „Kirche in Not“, welches im Fricktal über zahlreiche Gönner und Sympathisan­ten verfügt. Kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges gründete der niederländische Pater Werenfried van Straaten, im Volksmund „Speckpater“ genannt, die heute weltweit aktive Hilfsorganisation. Er selber wurde, beeindruckt von den Nöten nach den Kriegswirren, zum grössten Bettler aller Zeiten und sammelte insgesamt drei Milliarden Franken zur Notlinderung für leidende und geschädigte Menschen. Heute unterhält „Kirche in Not“ in 23 Ländern Sektionen und leistet Hilfen für Projekte in rund 150 Ländern. Insgesamt werden 6‘200 Projekte unterstützt, davon 1600 für kirchliche Bauten. Derzeit werden auf der ganzen Welt rund 200 Millionen Christen verfolgt. Christ sein ist heute vielerorts gefährlich.   Die Referentin besuchte kürzlich mit einer Journalistengruppe aus der Schweiz den Irak, wo in der Ninive-Ebene Aufbauarbeiten für die Wiederansiedlung vertriebener Christen im Gang sind. Die IS-Terroristen konnten aus dem einst christlichen Nordirak vertrieben werden, haben jedoch grosses Leid und starke Verwüstung hinterlassen. Praktisch jede Familie hat Angehörige durch den Krieg verloren. Es wurden nicht nur Wohngebäude zerstört, sondern auch Krankenhäuser, Apotheken, Schulen und Kirchen. Das Wasser in den Brunnen wurde vergiftet. Vor einigen Jahren verzeichnete der Irak 1.5 Millionen christliche Einwohner, heute sind es noch 250‘000. Beim IS-Ueberfall auf Mossul sind innert kurzer Zeit 120‘000 Christen geflohen. Dennoch wollen heute viele von ihnen wieder in ihre ur­sprüngliche Heimat zurückkehren. „Kirche in Not“ hat sich dieser Herausforderung gestellt und unterstützt die Christen bei ihren Wiederaufbauprojekten, die im Herbst 2017 angelaufen sind. Für die Errichtung eines Wohnhauses werden rund 7‘000 Franken benötigt. Bis heute konnten 5‘200 Familien wieder in die Ninive-Ebene zurückkehren. Lucia Wicki-Rensch untermauerte ihre informativen Ausführungen mit eindrücklichen Bildern. Sie durfte von den aufmerksamen Zuhörern eine stattliche Spende für den Irak-Einsatz entgegennehmen. Präsident Mathias Schreiber überreichte der Referentin als Fricktaler Körbchen als „kleines Souvenir“ ihres Besuches im Fricktal.