Lourdespilgerverein
Fricktal

, Treier Stefan

Sommerreise 2015

Fricktaler besuchten auf St. Odilienberg die Elsässer Schutzpatronin

Zum Abschluss des Marienmonats Mai pilgerten Angehörige des Lourdespilgervereins Fricktal und des Pfarreienverbands Wegenstettertal ins Elsass. Ziel dieser traditionellen Wallfahrt war der Besuch von Sankt Odilienberg, wo sich das Heiligtum der Elsässer Schutzpatronin, der heiligen Odile (Ottilie), befindet. Zur rund 80 köpfigen Pilgerschar zählten Präses Pfarrer Fabian Schneider und der Fricktaler Dekan Pfarrer Alexander Pasalidi, welche in der Wallfahrtskirche von Sainte Odile die heilige Messe zelebrierten. Auf der Hinfahrt konnte die aufmerksame Pilgerschaft Einiges über die regionale Heilige erfahren, welche auch als Schutzpatronin der Blinden und Augenkranken verehrt wird. Die heilige Odile hat sich zeitlebens als Aebtissin von Hohenburg für Arme und Kranke eingesetzt.  

Es gehört beim Lourdespilgerverein Fricktal zur Tradition, dass er seine Mitglieder alljährlich im Frühjahr zu einer Tageswallfahrt einlädt. Bereits zum dritten Male geschah dies gemeinsam in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Pfarreien des Wegenstettertals. Dieses Jahr zog es die Fricktaler auf den Odilienberg, welcher nach der Elsässer Schutzheiligen benannt ist, die dort im 7. Jahrhundert ein Kloster gründete und segensreich als Aebtissin wirkte.   Wie Geschichtsquellen entnommen werden kann, wurde Odile um das Jahr 660 n. Chr. als Toch­ter einer Adelsfamilie blind geboren. Ihr Vater wollte sie wegen dieses Gebrechens umbringen lassen, weshalb die Mutter das Mädchen einer Amme anvertraute, welche es später in ein Kloster ins Burgund brachte. Dort wurde das Kind im Alter von 12 Jahren vom Bischof von Regensburg auf den Namen Odile (Tochter des Lichts) getauft, worauf sie ihr Augenlicht geschenkt erhielt. Sie kehrte später zu ihren Eltern zurück, musste aber wieder vor ihrem Vater, Herzog Eticho, fliehen und verbarg sich in einer Höhle. Nach Jahren versöhnte sie sich mit dem rabiaten Vater, der ihr – inzwischen reuig geworden – ein Besitztum auf der Hohenburg im Elsass, dem späteren Odilienberg, zur Verfügung stellte, wo sie 690 ein Kloster gründete. Im ebenfalls von ihr gegründeten Kloster Niedermünster am Fusse des Odilienberges starb sie um 720. Ihr Grab befindet sich auf dem Odilienberg. Der Odilienberg ist der wichtigste Wallfahrtsort des Elsass; die dortige Quelle gilt als hilfreich bei Augenleiden.  

Sich durch Wallfahrten immer wieder Gott anvertrauen.

In seiner Predigt sprach Dekan Alexander Pasalidi über den Sinn des Wallfahrens. Es geht darum, den Willen Jesus zu erfüllen und sich dabei mit allen Anliegen, die uns bewegen, immer wieder an Gott zu wenden. Wenn ihr euch Gott anvertraut, habt ihr Fürbitter für euch im Himmel, die Heiligen. Jesus sagte doch, bittet, und es wird euch gegeben. Heute wollen wir die heilige Ottilie als Fürsprecherin anrufen und ihr unsere Anliegen für unsere Familien, für geistli-che Berufungen, darbringen. Er rief die Pilgerschaft dazu auf, sich ihr Leben in vollem Vertrauen auf Gott auszurichten, wozu die Heiligen grosse Vorbilder sind. Abschliessend dankte er Allen für den Glauben und die Treue zur Kirche und betonte die Wichtigkeit, in den Herzen der Men­schen die Freude an diesem Glauben neu zu wecken.   Nach der Feier der hl. Messe verpflegten sich die Pilger mit einem währschaften Pilgermenue in der neben der Wallfahrtskirche gelegenen klostereigenen Gaststätte.

Elsässer Bischof erbaute Lourdes-Grotte in seiner Heimat.

Zum Abschluss der Elsässer Pilgerfahrt besuchten die Fricktaler Lourdespilger eine besondere Gedenkstätte. Der aus Wettolsheim stammende Erzbischof François-Xavier Schoepfer, welcher von 1899 – 1927 als Bischof von Tarbes und Lourdes residierte, erbaute 1912 am Platz seines Geburtshauses, welches ein Jahr zuvor niederbrannte, eine eindrucksvolle Lourdes-Grotte. Diese entspricht in ihrer Form und ihren Dimensionen dem Original. Die Statue der sich mitten im Dorf Wittolsheim befindlichen Grotte wurde aus einem Stein aus Lourdes hergestellt, wo 1858 die heilige Gottesmutter dem einfachen Mädchen Bernadette Soubirous erschien, welches später als heilige Bernadette katholische Weltgeschichte schrieb. Beim gemütlichen Zobighalt in einem heimeligen Gartenrestaurant an der Peripherie von Wettolsheim konnten sich die Pilgerinnen und Pilger in angeregten Gesprächen über die gewonnenen grossen Eindrücke ihrer diesjährigen Wallfahrt ins Elsass unterhalten, bevor sie dann der „Doppelstöcker-Car“ wieder pünktlich ins Fricktal zurückbrachte.